Zwischenwelten
Zwischenwelten beschäftigt sich mit der Frage nach Wirklichkeit. Wirklichkeit wird von jedem Menschen unterschiedlich wahrgenommen. Die über Sinnesorgane empfangene, vom Gehirn interpretierte und ergänzte Wahrnehmung ist sehr beschränkt, genetisch vorgegeben und frühkindlich geprägt.

Die Ausstellung Zwischenwelten versucht die Wahrnehmung bestimmter Begebenheiten aus dem Blickwinkel verschiedener Personen zu zeigen. Dazu wurden ausgewählte Situationen mit verschiedenen Medien umgesetzt. Neben Acrylbildern wird eine Begebenheit in einem Seniorenheim als kurzer Filmclip gezeigt. Den schnellen visuellen Reizen des Filmes wird eine ruhige Rauminstallation entgegengesetzt.

Grundlagen
Um das sehr weitläufige Thema Realität und Wahrnehmung etwas einzugrenzen, beschäftigt sich die Ausstellung mit dem Bereich Wahrnehmungsstörungen im Alter.

Am Anfang standen Texte von Pflegekräften. Sie wurden gebeten,
kurze Begebenheiten aus dem Pflegealltag aufzuschreiben. Die Berichte sollten die unterschiedliche Wahrnehmung von Patienten / Bewohnern zu der von Pflegekräften aufzeigen. Anschließend wurden die Aufzeichnungen in großflächig abstrakte Acrylbilder eingearbeitet. Allgemein verständliche Definitionen der Fachbegriffe ergänzen die Bilder.

Rundgang
Der Ausstellungsrundgang beginnt mit Schattenprojektionen. Hierfür wurden Definitionen eines klinischen Wörterbuches zu bestimmten Krankheitsbildern verwendet. Auf transparente Folien gedruckt, an Nylonfäden befestigt, werfen sie eine vergrößerte Projektion ihrer Information auf die dahinter liegende Wand.

Den Schattentexten sind großformatige Acrylbilder zugeordnet. Jedes Bild stellt für sich einen kurzen Lebensmoment eines Menschen dar – aus seinem eigenen Blickwinkel und dem einer anderen Person. Die Bilder bestehen aus zwei oder mehreren Teilen. Die Mehrteilung der Bilder steht für den Facettenreichtum der Realität.

In einem kurzen Filmclip wird gezeigt, wie schwierig ursprünglich einfache Alltagsabläufe für demente Menschen im Alter werden können.
So wird der Weg in den Speisesaal eines Seniorenheimes für Herrn J. zu einer nahezu unbewältigbaren Odyssee, vorbei an Schnellstraßen und unwegsamen Winterlandschaften.

Die Rauminstallation stellt die Geschicht des Herrn J. in einem weiteren, abgedunkelten Raum dar. Das Zentrum des Raumes bilden fünf große Spiegelsplitter. Die Befestigung mit Stahlseilen an der Decke läßt eine leichte Bewegung /Drehung der Spiegel zu. Die Spiegelsplitter dienen als Projektionsfläche.

Zwei Portraitaufnahmen des Herrn J. werden mit Hilfe von Diaprojektoren seitlich auf die Spiegel gestrahlt. Die Spiegelungen des Herrn J. treffen an der Stirnseite des Raumes als bewegliche Fragmente auf ein großformatiges Acrylbild. Die zweigeteilte Leinwand wurde mit vielen Farbschichten bearbeitet. Zu sehen ist dort - wie im Film - der Weg des Herrn J. in den Speisesaal. Die visuellen Reize werden mit akustischen Textfragmenten von Herrn J. ergänzt.

Raumaufteilung